Expertise der Kranichschule - Förderschule Sprache

 

Über die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler werden nach dem 2. Schuljahr (3. Schulbesuchsjahr) in die Grundschule zurückgeführt. Darüber hinaus werden nach der 4. Klasse (5. Schulbesuchsjahr) die meisten Schülerinnen und Schüler an die Regelschulen rehabilitiert überwiesen. In der Nachbetreuung werden in der Regel sehr positive Rückmeldungen durch die Regelschulen gegeben.

Seit  Bestehen der Schule (1980) haben rund 1000 Schülerinnen und Schüler die Kranichschule durchlaufen. Davon wurden etwa 850 Schülerinnen und Schüler rehabilitiert und in die allgemeine Schule zurückgeführt.

Kontakte zu ehemaligen Schülerinnen und Schülern geben ein Zeugnis ihres weiteren erfolgreichen Lebensweges und beruflichem Erfolg.

 

1. Personelle Anforderungen

Damit diese möglichst rasche Rehabilitation Sprachbehinderter im Unterricht gelingen kann bedarf es umfangreicher Kenntnisse und Fertigkeiten der in diesem Bereich tätigen Lehrkräfte.

Diese fließen in das Unterrichtsgeschehen ein und bewirken sprachfördernde immanente Einflüsse auf das aktive und rezeptive Kommunikationsgeschehen.


1.1.        Fachspezifische Kompetenzen

·      Kenntnisse über die Prozesse des Spracherwerbs, des Schriftspracherwerbs und abweichende Entwicklungsabläufe

·      Kenntnisse über die Wechselwirkung und gegenseitige Beeinflussung von Störungen der verschiedenen Spracherwerbsebenen

·      Kenntnisse über den Zusammenhang zwischen Laut-  und Schriftsprache und die Auswirkungen der jeweiligen Sprachstörung auf den Erwerb und Umgang mit Schriftsprache

·      Kenntnisse über die Auswirkungen semantischer Probleme auf sämtliche Unterrichtsprozesse.

 

1.2.        Diagnostische Kompetenzen

·      Kenntnisse von spezifischen Testverfahren (v.a. zu den einzelnen sprachlichen Ebenen, zur auditiven Wahrnehmung und Verarbeitung, zur Intelligenzdiagnostik)

·      Interpretation und Auswertung sowie daraus resultierende Interventionsmaßnahmen

 

1.3.        Methodisch-didaktische Kompetenzen

·      Verknüpfung von Entwicklungs- und Fachaspekt bei der Unterrichtsplanung

·      Störungsspezifische Methodenkenntnisse auf alle Sprachebenen bezogen

·      Zielgerichtete Planung und Strukturierung von Kommunikationsprozessen

·      Spezifisch sprachfördernde Lehrersprache zur Anpassung der Unterrichtsinhalte an die sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler und Optimierung der Präsentation, Produktion und Reflexion von Sprache

Grundsätzliche Merkmale

·      klare, lautreine Artikulation

·      bewusster Einsatz parasprachlicher Mittel (Sprechtempo, Stimmeinsatz, Sprechmelodie, Akzentuierung, Sprechpausen)

·      Reduzierung der Komplexität von verbalen Äußerungen

·      Fachspezifischer Wortschatzaufbau

·      Spezifisches Loben

·      Bewusster Einsatz nonverbaler Mittel (Antlitzgerichtetheit, Mimik, Gestik, Raum-, Distanzverhalten)

Modellierungstechniken

·      Präsentation: gehäufte Einführung der Zielform

·      Parallelsprechen: Versprachlichung kindlicher Intention

·      Alternativfragen: Angebot zweier Zielstrukturen

·      Expansion: kindlichen Äußerungen werden unter Einbau der Zielstruktur vervollständigt

·      Umformung: Veränderung

·      Korrektives Feedback: Wiedergabe kindlicher Äußerung mit berichtigter Zielstruktur

·      Modellierte Selbstkorrektur: Nachahmung kindlicher Fehler mit sofortiger Korrektur

·      Extension: Weiterführung der kindlichen Äußerung unter Einbau der Zielstruktur

Techniken und Methoden zur Förderung des Sprachumsatzes

·      offener Frage

·      Strukturierungshilfen

·      Demonstrationstechniken

·      Techniken zur Präsentation von Bildern

·      Monitoring des Sprachverstehens

·      Entschlüsselungshilfen

·      Abrufhilfen

·      Ritualisierung von Sprachgebrauch

·      Handlungsbegleitendes Sprechen

2.     Anforderungen an den Unterricht

2.1.        Inhalte

·      Auswahl und Ausarbeitung von Bildungsinhalten unter sprachheilpädagogischen Gesichtspunkten

·      Erstellung schulspezifischer Curricula auf Grundlage der Vorgaben der allgemeinbildenden Schule und therapieimmanenter Aspekte

·      Erstellung eines Leistungskonzeptes und Berücksichtigung eines Nachteilsausgleiches

·      Primat des Sprachlernprozesses

·      Verknüpfung von sprachtherapeutischen und fachlichen Aspekten

2.2.        Interaktion

·      Aufmerksamkeitslenkung auf die zu erwerbende sprachliche Zielstruktur durch häufiges, prägnantes Anbieten

·      Anbahnung und Fördern metasprachlicher Fähigkeiten

·      gezielte sprachfördernde Gestaltung (z.B. sprachliches Setting; bewusste Partnerzuweisung)

2.3.        Unterrichtsformen

·      Unterricht muss vielfältige Kommunikationsanlässe schaffen und sprachhandelnd sein

·      zielgerichteter Einsatz von Unterrichtsformen (offener Unterricht, Partner- und Gruppenarbeit, Stationenarbeit, frontaler Unterricht)

2.4.        Medien

·      Spezifisch aufbereitetes Sprachmaterial, um sprachliches Wissen zu erweitern  (Kontextoptimierung, Entwicklungsproximalität)

·      Anpassung von Unterrichtsmaterial (v.a. Auswahl und Vereinfachung von Lesetexten)

·      Visualisierung der Laut- und Schriftsprache und Einsatz weiterer sprachunterstützender Symbole und Bilder

·      Einsatz von sprachunterstützenden Programmen


2.5.        Störungsspezifische Methoden

·      Gezielter Einsatz individueller Fördermaßnahmen bezogen auf alle Sprachebenen und den Schriftspracherwerb:

 

2.6.        Phonetischer Bereich: 

Laute können sprechmotorisch nicht korrekt gebildet werden (Sprechstörung).

·        Artikulationshilfen/ Einsatz phonemischer Gesten

·        mundmotorische Übungen

·        Anbahnung neuer Phone / Laute

·        Stimmbildung, Prosodie, Stimmmodulation

 

2.7.        Phonologischer Bereich:

Laute können isoliert gebildet werden (Sprachstörung), jedoch ist die Bedeutungsunterscheidung nicht gegeben. Auffällige phonologische Prozesse  sind Elision, Substitution, Assimilation, und Silbenstrukturprozesse.

·        Herausarbeiten von Merkmalen zu Phonemklassen bei phonologischen

       Störungen

·        vorangestellte Therapie vor dem schriftsprachlichen Anfangsunterricht

·        Übungen zu phonologischen Bewusstheit unter Berücksichtigung

       phonologischer Prozesse

·        Minimalpaararbeit

 

2.8.        Semantisch-lexikalischer Bereich:

Wortschatz, Wortabruf und Speichern von Wörtern sind beeinträchtigt (z. B. Wortschatzeinschränkungen, Ersetzungen und Fehlbildungen, Wortabruf- und Speicherprobleme, Sprachverständnisprobleme).

·        Wortmaterial und Menge steht in Beziehung zur Leistungsfähigkeit der Schüler und Schülerinnen

·        Sprachverständnisklärung und Nutzen von strukturiertem Wortmaterial

·        Wortschatzaufbau und –verankerung durch multisensorisches Arbeiten und Nutzen von Realem

·        Unterstützung des Abrufens aus dem mentalen Lexikon durch Abrufhilfen

·        Training des phonologischen Wortformspeichers

·        Fragehaltung beim Kind aufbauen


2.9.        Syntaktisch-morphologischer Bereich:

Grammatische Störungen sind im Bereich der Subjekt-Verb-Kongruenz, der Verb-Zweit-Stellung, Kasusrektion, Pluralbildung, Bildung von Nebensätzen, des Tempus, der Elisionen/ Substitutionen von z. B. Subjekt, Verb/Hilfsverb, Präposition, Artikel; Hilfsverben, adverbiale Erweiterungen, Konjunktionen u.a. vorzufinden.

·        Kontextoptimierung

·        entwicklungsproximaler Therapieansatz

·        Visualisierungen

·        professionell therapeutische Sprechweise

·        Kontrastierung

·        prosodisches Markieren

·        Fokussierung auf die Zielstruktur

·        Modell der Zielstruktur häufig und prägnant anbieten

·        grammatische Struktur handelnd erfahren

·        Metasprachliche Vorgehensweisen

·        Strukturierungshilfen

·        Ausschalten von Verwirrern / Ablenkern

 

 

2.10.    Pragmatisch-kommunikativer Bereich:

Zu Auffälligkeiten auf dieser Sprachebene gehören z.B. Redeflussstörungen, Mutismus, Dysarthrie, situativ unangemessenes kommunikativ-pragmatisches Verhalten (z.B. bei Asperger Autismus), Schwierigkeit, Bedürfnisse und Mitteilungen (Emotionen) zu artikulieren, Fehlinterpretationen von Verhalten (Kommunikationsstörung zeigt sich in Verhaltensauffälligkeit, Arbeitsverweigerung, Schweigen, erschwerte Konfliktgespräche, …)

·        angstfreie Atmosphäre schaffen

·        Fokus auf das aktive Zuhören

·        metasprachliche Fähigkeiten fördern

·        Fragehaltung aufbauen

·        Schaffen von kommunikationsfordernden und - fördernden Kontexten

·        Überwindung kommunikativer Misserfolgserlebnisse

·        Sicherheit durch ständige Wiederholungen

·        aktiven Prozess der sprachlichen Auseinandersetzung fördern

·        Einüben verbaler Interaktionsstrategien

·        Ritualisierte Abläufe, Formen und Formate

·        Länge und Reihenfolge der Anweisung beachten

·        Perspektivenwechsel in der Kommunikation

·        Rollenspiele

 

2.11.    Schriftspracherwerb

Besonders bei Kindern mit einer Sprachbeeinträchtigung ist der Schriftspracherwerb erschwert. Sie gelten als Risikogruppe für die Entwicklung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten.

 

Umfangreiche Förderung der Phonologischen Bewusstheit unter Berücksichtigung linguistischer und lexikalischer Kriterien (insbesondere in der Eingangsstufe / E-Klasse beim Erstlese-/ Schreibunterricht):

 

Im weiteren Sinne

·        Hör- und Lauschübungen: Geräusche wahrnehmen, identifizieren,

lokalisieren und benennen

·        Reime: Abzählverse, Reimspiele, selbstständiges Reimen

·        Silbensegmentierung: Silbenklatschen, Silbenschwingen (Bögen), Silbenzählen

Im engeren Sinne

·        Einführung der Buchstaben nach Phonemstufen und nach eindeutiger Laut-Buchstaben-Zuordnung

·        Lautanalyse, Lautsynthese: Anlaut, Binnen- Endlautübungen

·        Ganzheitliche Buchstabenerarbeitung: auditive Erarbeitung (Handzeichen,

Positionshören), graphomotorische Erarbeitung, Buchstaben kneten, sehen, hören, nachspuren, essen...

·        Leseaufbau: Druckschrift (groß und klein), Buchstabe, Silbe, Wort, Satz

·        Selbstständiges Schreiben

 

Unterstützung durch phonomimische Zeichen (eigenes, durch die Kranichschule auf die Belange Sprachbehinderter abgestimmtes Fingerlesezeichen-System)

·        Unterstützung des Schriftspracherwerbs des Kindes.

·        Visualisierungshilfe zum Lernen einer sicheren Laut-Buchstaben-Beziehung.

·        Erleichterung der Synthese der einzelnen Laute beim Erlesen der Silben

·        Unterstützung der korrekten Artikulation des gelernten Lautes

 

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